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Ratgeber Wärmepumpe

Wie groß muss meine Wärmepumpe sein? Heizlast einfach erklärt

Die richtige Größe entscheidet über Stromkosten und Lebensdauer Ihrer Wärmepumpe. Mit einer einfachen Faustformel schätzen Sie die Heizlast Ihres Hauses selbst — als Orientierung und zum Prüfen von Angeboten.

Aktualisiert Juni 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten · von Asbahr Digital UG

„Welche Wärmepumpe passt zu meinem Haus?" ist die Frage, die sich jeder stellt, der über den Heizungstausch nachdenkt. Die Antwort hängt an einer einzigen Kennzahl: der Heizlast Ihres Gebäudes. Und die können Sie überschlägig selbst ermitteln, bevor ein Anbieter Ihnen eine bestimmte Größe verkauft.

Heizlast, Wärmebedarf, Heizleistung — was ist was?

Drei Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches:

Für die Auswahl der Wärmepumpe ist die Heizlast der Schlüssel. Sie beschreibt, welche Leistung nötig ist, um das Haus am kältesten Tag (der sogenannten Norm-Außentemperatur, je nach Region etwa minus 10 bis minus 16 Grad) noch warm zu halten.

Die Faustformel zum Selbstrechnen

Für eine erste Einschätzung brauchen Sie nur zwei Angaben: Ihre Wohnfläche und den ungefähren Dämmzustand (am Baujahr ablesbar).

Wohnfläche (m²) × spezifischer Wärmebedarf (kW/m²) = Heizlast (kW)
Den spezifischen Wärmebedarf entnehmen Sie der Tabelle unten — er hängt vom Baujahr und Dämmzustand ab.

Richtwerte nach Baujahr und Dämmzustand

Diese Werte sind branchenübliche Orientierungsgrößen:

Gebäudetypspez. Wärmebedarf
Unsanierter Altbau (vor ca. 1977)0,12 – 0,18 kW/m²
Teilsanierter Altbau0,06 – 0,10 kW/m²
Gebäude ab ca. 1995, Standard-Dämmung0,04 – 0,06 kW/m²
Neubau nach aktuellem Standard0,03 – 0,05 kW/m²
Passivhaus / Effizienzhaus 400,015 – 0,03 kW/m²
Tipp: Wenn Sie unsicher sind, in welche Kategorie Ihr Haus fällt, orientieren Sie sich am Baujahr und an erfolgten Sanierungen (neue Fenster, gedämmtes Dach, gedämmte Fassade). Jede Sanierungsmaßnahme senkt den Wert.

Zwei Rechenbeispiele

Beispiel 1: Teilsanierter Altbau

Einfamilienhaus, 150 m² Wohnfläche, Baujahr 1985, neue Fenster und gedämmtes Dach (teilsaniert, 0,07 kW/m²):

150 m² × 0,07 kW/m² = 10,5 kW Heizlast

Eine Wärmepumpe mit etwa 10 bis 12 kW Heizleistung bei minus 7 Grad wäre hier passend.

Beispiel 2: Moderner Neubau

Einfamilienhaus, 140 m² Wohnfläche, Neubau 2022 (0,04 kW/m²):

140 m² × 0,04 kW/m² = 5,6 kW Heizlast

Hier reicht eine deutlich kleinere Wärmepumpe — etwa 5 bis 6 kW. Das zeigt, wie stark der Dämmzustand die nötige Größe beeinflusst.

Warmwasser nicht vergessen

Wenn die Wärmepumpe auch das Warmwasser bereitet (der Normalfall), kommt etwas Leistung hinzu. Als Faustwert rechnet man etwa 0,25 kW pro Person im Haushalt. Bei vier Personen also rund 1 kW zusätzlich.

Für unser Beispiel 1 (teilsanierter Altbau, 4 Personen): 10,5 kW + 1,0 kW = rund 11,5 kW.

Ihr Angebot gegen die Heizlast prüfen

Mit WP-Check geben Sie die Eckdaten Ihres Hauses ein und vergleichen die überschlägige Heizlast direkt mit der Leistung der angebotenen Wärmepumpe. So sehen Sie auf einen Blick, ob die angebotene Größe plausibel ist — oder ob nachgefragt werden sollte.

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Wo die Faustformel an ihre Grenzen stößt

Die Faustformel gibt eine gute Orientierung — aber sie ersetzt keine normgerechte Berechnung. Sie berücksichtigt zum Beispiel nicht:

Für die verbindliche Auslegung und die Förderung ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch einen Fachbetrieb oder Energie-Effizienz-Experten nötig. Branchenangaben zufolge sind rund 40 Prozent der installierten Wärmepumpen nicht optimal dimensioniert — meist zu groß. Genau deshalb lohnt sich der eigene Plausibilitätscheck, bevor Sie ein Angebot annehmen.

Wichtig: Weicht die Größe im Angebot um mehr als 20 Prozent von Ihrer Faustformel-Schätzung ab, sollten Sie beim Anbieter nachfragen, worauf die Dimensionierung beruht. Manchmal gibt es gute Gründe — manchmal steckt eine ungenaue Schätzung dahinter.

Häufige Fragen

Wie viel kW braucht eine Wärmepumpe pro Quadratmeter?

Das hängt vom Baujahr und Dämmzustand ab. Unsanierter Altbau etwa 0,12 bis 0,18 kW/m², teilsanierter Altbau 0,06 bis 0,10 kW/m², Neubau nach aktuellem Standard 0,03 bis 0,05 kW/m². Multipliziert mit der Wohnfläche ergibt sich die überschlägige Heizlast.

Wie berechne ich die Heizlast meines Hauses selbst?

Mit der Faustformel: Wohnfläche in m² mal spezifischer Wärmebedarf in kW/m² ergibt die überschlägige Heizlast in kW. Für Warmwasser rechnet man etwa 0,25 kW pro Person hinzu. Diese Schätzung ersetzt keine normgerechte Berechnung nach DIN EN 12831, gibt aber eine gute Orientierung.

Was passiert bei einer zu großen Wärmepumpe?

Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet — sie schaltet häufig an und aus. Das erhöht den Stromverbrauch um bis zu 20 Prozent und verkürzt die Lebensdauer. Rund 40 Prozent der installierten Wärmepumpen in Deutschland sind nicht optimal dimensioniert, meist überdimensioniert.

Hinweis: Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Energieberatung oder normgerechte Heizlastberechnung.