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Ratgeber Wärmepumpe

Wärmepumpe Stromkosten: Was kostet der Betrieb wirklich?

Eine Wärmepumpe spart gegenüber Öl und Gas — aber nur, wenn sie effizient läuft. So berechnen Sie die jährlichen Stromkosten realistisch und erkennen, was sie nach oben oder unten treibt.

Aktualisiert Juni 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten · von Asbahr Digital UG

Die häufigste Sorge vor dem Umstieg: „Wird mich der Strom für die Wärmepumpe nicht ruinieren?" Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an — vor allem auf die Effizienz der Anlage und die Vorlauftemperatur. Mit ein paar Zahlen können Sie die Betriebskosten gut abschätzen.

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) — der wichtigste Wert

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto weniger Strom — und desto niedriger die Kosten.

Typische Werte:

Situationtypische JAZ
Altbau, hohe Vorlauftemperatur (55 °C+)2,8 – 3,2
Saniert, mittlere Vorlauftemperatur3,5 – 4,0
Neubau, Fußbodenheizung (35 °C)4,0 – 5,0

Für die Förderung ist übrigens eine rechnerische JAZ von mindestens 3,0 Voraussetzung.

Stromkosten berechnen: die Formel

Jährlicher Wärmebedarf (kWh) ÷ JAZ = Stromverbrauch (kWh)
Stromverbrauch (kWh) × Strompreis (€/kWh) = Stromkosten pro Jahr

Ihren jährlichen Wärmebedarf finden Sie näherungsweise auf Ihrer letzten Heizkostenabrechnung (Öl- oder Gasverbrauch in kWh) oder schätzen ihn über die Wohnfläche.

Rechenbeispiel

Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 15.000 kWh, einer Wärmepumpe mit JAZ 3,8 und einem Wärmepumpen-Stromtarif von 0,28 €/kWh:

15.000 kWh ÷ 3,8 = 3.947 kWh Stromverbrauch
3.947 kWh × 0,28 € = rund 1.105 € pro Jahr

Zum Vergleich: Dasselbe Haus mit einer Gasheizung und 15.000 kWh Bedarf läge bei einem Gaspreis von etwa 0,12 €/kWh (zzgl. CO₂-Aufschlag, der weiter steigt) bereits bei rund 1.800 Euro und mehr — Tendenz steigend. Daran sieht man: Die Wärmepumpe spielt ihren Vorteil über die Jahre zunehmend aus.

Tipp: Rechnen Sie immer mit Ihrem realen Wärmebedarf aus der Heizkostenabrechnung, nicht mit Pauschalwerten. Das macht die Schätzung deutlich genauer.

Einsparung gegenüber Ihrer alten Heizung berechnen

Unsere Einsparberechnung ermittelt nach anerkannten Verfahren, wie viel Sie mit einer Sanierungsmaßnahme an Energie, CO₂ und Euro pro Jahr sparen — eine fundierte Orientierung, bevor Sie investieren.

Zur Einsparberechnung →

Was die Stromkosten nach oben oder unten treibt

Drei Hebel entscheiden über Ihre Betriebskosten:

Wärmepumpentarif nutzen

Viele Stromanbieter haben eigene, vergünstigte Tarife für Wärmepumpen. Voraussetzung ist oft ein separater Zähler. Der Netzbetreiber darf bei diesen Tarifen die Wärmepumpe zu Spitzenzeiten kurz steuern (dimmen) — im Gegenzug ist der Strom günstiger. Über das Jahr lohnt sich das in der Regel deutlich.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Stromkosten einer Wärmepumpe?

Mit der Formel: jährlicher Wärmebedarf in kWh geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ergibt den Stromverbrauch in kWh. Multipliziert mit dem Strompreis pro kWh ergeben sich die jährlichen Stromkosten. Eine höhere JAZ bedeutet niedrigere Kosten.

Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden. Je höher die JAZ, desto effizienter und günstiger. Für die Förderung ist eine JAZ von mindestens 3,0 nötig.

Was beeinflusst die Stromkosten am stärksten?

Vor allem die Vorlauftemperatur und der Dämmzustand. Je niedriger die Vorlauftemperatur und je besser gedämmt das Haus, desto höher die JAZ und desto niedriger die Stromkosten. Auch der gewählte Stromtarif spielt eine Rolle.

Hinweis: Die genannten Preise sind beispielhafte Orientierungswerte (Stand 2026) und können je nach Region, Anbieter und Verbrauch abweichen. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Energieberatung.